FPV Infos

Drohnen

Typen

  • Kameradrohnen: GPS-gestützt, stabil, ideal für Luftaufnahmen (z. B. DJI Mini-Serie).
  • FPV-Drohnen: manuell gesteuert für Racing, Freestyle oder Cine-Shots.
  • Spielzeug-/Nano-Drohnen: sehr leicht, meist unter 250 g, oft ohne Registrierungspflicht.

Warum leichte Modelle für den Start

  • Geringe kinetische Energie → bei Abstürzen kaum Schaden.
  • Preiswert: Ersatzteile und Akkus sind günstig.
  • Oft Indoor-tauglich, so kann man unabhängig vom Wetter üben.

Empfehlungen

  • TinyWhoop-Klasse (65–75 mm): kleine FPV-Quads mit Propellerschutz, ideal für Wohnzimmer und Garten.
  • DJI Mini 2/3 oder ähnliche Sub-250 g Kameradrohnen: einfache Steuerung, gute Stabilisierung, keine EU-Zertifikatspflicht bei reinem Freizeitflug.

Für erste FPV-Schritte sind TinyWhoops oder andere Micro-FPV-Drohnen die kostengünstigste und sicherste Wahl, bevor man zu größeren und leistungsstärkeren Builds wechselt.


Video Übertragung

Analoge Videoübertragung

Vorteile

  • Extrem geringe Latenzzeit
  • Sehr kompakte Sender
  • Günstige Anschaffungskosten

Nachteile

  • Begrenzte Reichweite (z. B. in der Schweiz max. 25 mW Sendeleistung erlaubt)
  • Empfindlich gegenüber Störungen

Digitale Videoübertragung

Vorteile

  • Deutlich bessere Bildqualität und immersiveres Flugerlebnis
  • Höhere Detailgenauigkeit
  • Mit dem DJI O3-System sind HD-Aufnahmen oft auch ohne zusätzliche Action-Kamera möglich
  • Zukunftsorientierte Technologie

Nachteile

  • Höhere Anschaffungskosten, teurere Sender
  • Grössere und schwerere Sender

Akkus

Neben LiPo (Lithium-Polymer) gibt es auch Li-Ion, LiHV (High Voltage LiPo) und vereinzelt NiMH. Für moderne Drohnen sind jedoch LiPo-Akkus klarer Standard, da sie leicht, leistungsstark und hochstromfähig sind.

Zellkonfigurationen 1S–6S

Die Zahl vor dem „S“ gibt die in Reihe geschalteten Zellen an – jede Zelle hat ca. 3,7 V Nennspannung (voll geladen 4,2 V).

  • 1S – Für Mini-Drohnen, Indoor-Modelle.
  • 2S – Kleine Kamera-Drohnen oder leichtere FPV-Setups.
  • 3S – Einsteiger-FPV, leichte Cinewhoops.
  • 4S – Klassiker bei FPV-Racern, hohe Agilität.
  • 5S – Mehr Leistung für Freestyle und Mid-Range.
  • 6S – Effizient bei Langstrecken, stabile Spannung bei weniger Stromfluss.

Je mehr Zellen, desto höher die Spannung, Motoren und ESCs müssen passend ausgelegt sein.

Laden

  • Nur mit speziellem LiPo-Ladegerät immer mit Zell-Balancer laden.
  • Ladestrom: max. 1 C (z. B. 1300 mAh → 1,3 A). Schnellladung bis 2 C nur, wenn vom Hersteller erlaubt.
  • Immer auf feuerfester Unterlage (z. B. LiPo-Bag) und nie unbeaufsichtigt.

Aufbewahrung

  • Lagerspannung: ca. 3,7–3,85 V pro Zelle.
  • Kühl, trocken, fern von Metallteilen lagern.
  • Nicht voll geladen oder tief entladen aufbewahren.

Risiken & Vorsicht

Für Transport stossfest und brandsicher verpacken.

Tiefentladung (<3 V/Zelle) oder Überladung (>4,2 V/Zelle) kann Zellen zerstören und Brandgefahr auslösen.

Auf Blähungen, Beschädigungen oder ungewöhnliche Hitze achten – defekte Akkus sofort fachgerecht entsorgen.


Ladegeräte

Allgemeines
Für FPV-Drohnen sind LiPo-Akkus Standard. Ein passendes Ladegerät ist entscheidend, da es jede Zelle einzeln balancieren muss, um Über- oder Tief­ladung zu vermeiden.

Ladeoptionen

  • Balance-Laden: Standardmodus, überwacht jede Zelle.
  • Storage-Modus: bringt Akkus automatisch auf ca. 3,8 V/Zelle zur sicheren Lagerung.
  • Fast/High-Rate: höhere Ströme (bis 2 C) – nur, wenn Akkuhersteller es erlaubt.

Gerätetypen

  • Einfache AC-Lader: Plug-and-Play, Netzanschluss, meist feste Programme – ideal für Einsteiger.
  • Dual/Multichannel-Lader: mehrere Akkus mit unterschiedlichen Programmen gleichzeitig laden.
  • DC-Field Charger: kompakt, benötigt externes Netzteil oder Feldakku, flexibel für unterwegs.
  • Smart-Lader: mit App-Anbindung, Firmware-Updates, detaillierter Zellüberwachung.

Unterstützung & Stecker
Typische Spannungsbereiche sind 1–6 S. Viele Modelle bieten XT60/XT30, andere benötigen Adapter für PH2.0, JST, etc.

Wichtiger Hinweis
Vor dem Kauf immer prüfen, ob Ladegerät Zellzahl und Steckertyp deines Akkus unterstützt. Beispiel: Ein Lader mit „1–6 S“ kann oft keine 1 S-Packs ohne passenden Adapter laden, obwohl der Spannungsbereich passt.


Fernsteuerung

Allgemeines
Die Funkfernsteuerung (Transmitter) ist die Verbindung zwischen Pilot und Drohne. Sie bestimmt Reichweite, Signalqualität und Bedienkomfort. Moderne Sender lassen sich per USB auch zum Simulator-Training nutzen.

Protokolle & Kompatibilität

  • ELRS (ExpressLRS) – sehr geringe Latenz, große Reichweite, Open-Source, ideal für FPV-Racing und Freestyle.
  • Crossfire (TBS) – robustes Long-Range-System, bewährt bei Langstreckenflügen.
  • FrSky ACCST/ACCESS – weit verbreitet, viele günstige Empfänger.
  • Spektrum / Futaba / FlySky – proprietäre Protokolle, oft im Modellbau verbreitet.

Sender und Empfänger müssen dasselbe Protokoll nutzen. Vor dem Kauf prüfen, ob der verbaute Empfänger der Drohne passt oder ausgetauscht werden kann.

Einstellungen
Über das Sender-Menü lassen sich Modellprofile, Kanalzuordnungen, Expo/Rates und Fail-Safe konfigurieren. Für FPV wird oft OpenTX oder EdgeTX als Betriebssystem verwendet – flexibel und gut dokumentiert.

Empfehlung für Einsteiger
Für neue Piloten ist ELRS aktuell der Standard: günstig, zukunftssicher, hervorragende Reichweite und Verzögerungswerte. Viele kompakte Sender wie Radiomaster Zorro, Boxer oder TBS Tango 2 sind dafür ausgelegt.

Stromversorgung
Fast alle Sender benötigen separate Akkus oder AA-Zellen, die meist nicht im Lieferumfang sind. Viele Modelle lassen sich jedoch bequem per USB direkt im Controller aufladen, sodass kein separates Ladegerät nötig ist.


Allgemeine Infos

Grundlagen
Für FPV-Drohnen gilt das EU-Drohnenrecht (seit 2023 auch in der Schweiz). Jede Drohne ab 250 g Startgewicht oder mit Kamera braucht:

  • Registrierung beim BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt)
  • UAS-Pilotenzertifikat:
    • A1/A3 für die meisten Freizeit- und FPV-Flüge
    • A2 nur, wenn du näher an Personen fliegst

Erlaubte Gebiete

  • Max. 120 m Flughöhe über Grund
  • Sichtflugpflicht (Spotter nötig für reines FPV)
  • Mindestabstände zu Flugplätzen, Menschenansammlungen und Naturschutzgebieten

Offizielle Karten & Infos

Tipp für Einsteiger
Vor jedem Flug Karte prüfen, Zertifikat mitführen (online) und bei FPV immer einen Spotter dabeihaben. So fliegst du legal und vermeidest Bussen.


Drohnen Karte